20 Stationen, 8 Bundesländer, mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher ‒ von Januar bis Dezember 2022 tourte die Ausstellung #LastSeen. Bilder der NS-Deportationen mit einem historischen LKW durch Deutschland.

Auf Marktplätzen, in Einkaufsstraßen, vor Rathäusern und Gedenkstätten, der #LastSeen-LKW aus den 1950er Jahren sorgte 2022 in vielen Orten Deutschlands für Aufmerksamkeit und erinnerte daran, dass zwischen 1938 und 1945 reichsweit Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma unter anderem mit solchen Fahrzeugen deportiert wurden.

 

»Deportationen waren ein zentrales Element in der nationalsozialistischen Verfolgung. Oftmals wurden sie fotografiert, einige hundert Bilder sind bis heute erhalten geblieben. Es sind wirkmächtige Bilder. Wir müssen genau hinschauen, um sie zu verstehen: Was zeigen die Bilder und was nicht? Wer hat fotografiert?«

Dr. Alina Bothe, Projektleiterin #LastSeen

Die Ausstellung auf der Ladefläche des LKWs informierte über die Bilder der NS-Deportationen und lud die Besucher*innen ein, sich an der Suche nach weiteren Bildern und Informationen zu beteiligen. Vielerorts war die Präsentation von #LastSeen mit lokalen Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen verknüpft.

 

 

4.000 Kilometer von München bis Dortmund

Eröffnet wurde #LastSeen in München am 20. Januar 2022, dem 80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz, von Oberbürgermeister Dieter Reiter im Beisein von Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München und Oberbayern. Nach dem antisemitischen Eklat auf der documenta 15 legte der LKW im Juli spontan einen längeren Zwischenstopp in Kassel ein, um ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Mit der Ausstellung in Dortmund ging die Deutschlandtour im Dezember 2022 zu Ende.

 

»Für uns war es ein besonderer Moment, den LKW in München auf den Weg zu bringen. Vor 80 Jahren wurden annähernd 1.000 Kinder, Frauen und Männer nach Kaunas in Litauen deportiert. Einige der insgesamt 14 Fotografien, die im Stadtarchiv München von dieser ersten Deportation aus der damaligen ›Hauptstadt der Bewegung‹ überliefert sind, waren in der Ausstellung zu sehen. Im Rahmen von #LastSeen haben wir diese Bildserie tiefenerschlossen und kontextualisiert.«

Dr. Andreas Heusler, Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur im Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Wie das Gesamtprojekt #LastSeen sollte auch die Ausstellung forschendes und entdeckendes Lernen fördern und eine bewusste, aktive Erinnerung an die NS-Zeit stärken. Die Fotografien, die im Rahmen der Initiative zusammengetragen und erschlossen wurden, sind in Kürze in einem digitalen Bildatlas auf dieser Website öffentlich zugänglich.

 

Das waren die Standorte der Wanderausstellung

 

In diesen Orten war #LastSeen zu Gast: München, Regensburg, Bremen, Sandbostel, Hansestadt Stade, Herford, Bad Arolsen, Potsdam, Bad Windsheim, Stuttgart, Hechingen, Augsburg, Memmingen, Kassel, Arnstadt, Weimar, Nordhausen, Düsseldorf, Bad Driburg, Dortmund.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Kooperationspartner*innen für ihre Unterstützung und ihr Engagement!

 

#LastSeen in Zahlen

20 Anzahl der Orte, in denen #LastSeen zu sehen war
244 Anzahl der Ausstellungstage
4.000 Zurückgelegte Strecke (km)*
10.000 Verteilte Flyer & Broschüren*
*Zahlen gerundet
#lastseen Logo
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