Deportationen fanden in aller Öffentlichkeit statt. Häufig gab es Zuschauer*innen, wie zum Beispiel eine Fotoserie aus dem Stadtarchiv Eisenach von 1942 belegt. Wir suchen nach einem kleinen Jungen, der auf diesen Bildern zu sehen ist, und bitten dabei um Ihre Mithilfe.

Am 9. Mai 1942 wurden 58 Jüdinnen und Juden aus dem thüringischen Eisenach über Weimar in das Ghetto Belzyce im deutsch besetzten Polen deportiert. Niemand überlebte. Von dieser Deportation ist eine der seltenen Fotoserien überliefert. Die Bilder zeigen den bewachten Marsch der Menschen vom „Judenhaus“ in der Eisenacher Goethestraße zum Hauptbahnhof. Im Bildhintergrund sind Zuschauer*innen zu sehen.

 

Wer ist dieser Junge? (Foto: Stadtarchiv Eisenach)
Deportation aus Eisenach in das Ghetto Belzyce vom 9. Mai 1942 (Foto: Stadtarchiv Eisenach)

Zuschauer*innen und Opfer der Deportation aus Eisenach

Der Deportationszug aus Eisenach wurde von vielen Zuschauer*innen beobachtet. Wir suchen einen jungen Augenzeugen, der mehr über das Geschehen des 9. Mai 1942 wissen könnte. Links sehen Sie eine Nahaufnahme von ihm, rechts unten können Sie ausfindig machen, wo er im Foto steht.

 

Ein junger Beobachter

Einer der Zuschauer ist ein kleiner Junge. Er begleitet den Deportationszug sogar ein Stück durch die Stadt. Vermutlich ist er zum Zeitpunkt der Aufnahme sechs oder sieben Jahre alt. Wahrscheinlich lebte er in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Der Junge fällt in der Menge besonders durch seinen außergewöhnlichen Kopfschmuck auf – eine Haube mit Federn oder eine Königskrone. Der 9. Mai muss für ihn ein ganz besonderer Tag gewesen sein. Hatte er vielleicht Geburtstag?

Möglicherweise lebt der unbekannte Junge noch und kann über die Geschehnisse im Mai 1942 in Eisenach berichten?

 

Helfen Sie uns!

Wer ist dieser Junge? Wo wohnte er? Wenn Sie ihn erkennen oder von anderen Zuschauer*innen oder von Zeugnissen der Deportation aus Eisenach wissen, schreiben Sie und helfen uns!

Kontakt
#lastseen Logo
jetzt mitmachen!