Im Zentrum der Initiative #LastSeen. Bilder der NS-Deportationen stehen Bilder der Deportationen aus dem Deutschen Reich zwischen 1938 und 1945. Die Fotos zeigen den letzten Augenblick, an dem die Deportierten aus der deutschen Gesellschaft herausgerissen wurden – häufig gab es dabei Zuschauer*innen.

Das nationalsozialistische Unrecht spielte sich oft direkt vor den Augen der Bevölkerung ab. Dabei entstanden Bilder, die hohen dokumentarischen Wert haben. Sie können eine wichtige Rolle für Forschung und Bildung spielen, viele sind derzeit aber noch nicht entschlüsselt und nicht zugänglich.

Wir möchten das im Rahmen der Initiative #LastSeen ändern. Folgendes wollen wir gemeinsam erreichen:

  • Weitere Bilder finden
    Durch eine intensive Suchkampagne in öffentlichen und privaten Archiven wollen wir zusammen mit vielen Freiwilligen unbekanntes Bildmaterial und damit mehr Wissen zusammentragen.
  • Die Bilder zum Sprechen bringen
    Die bereits bekannten Bilder werden von Forscher*innen systematisch bearbeitet und erschlossen.
  • Die Bilder zugänglich machen
    Parallel zu der wissenschaftlichen Arbeit entsteht eine Website auf Deutsch und Englisch mit allen Bildern und den gewonnenen Informationen. Dazu gehört ein interaktives pädagogisches Angebot, das ausgewählte Bilder entschlüsselt und so einen Zugang zur Geschichte der NS-Deportationen erschließt.

 

Unterstützen Sie #LastSeen

Jede*r, der/die Interesse an Geschichte hat und etwas Zeit investiert, kann zum Erfolg von #LastSeen beitragen. Gemeinsam mit den Wissenschaftler*innen des Projekts gilt es, Bildmaterial zu Deportationen aufzuspüren und weiteres Wissen über Herkunft und Bildinhalte zusammenzutragen.

Oft geschahen die Deportationen der jüdischen Bevölkerung, der Rom*nja und Sinti*zze, sowie der Opfer der Krankenmorde in aller Öffentlichkeit. Auf vielen Bildern sind neben den Verfolgten und den Täter*innen auch Zuschauer*innen zu sehen, Männer, Frauen und auch immer wieder Kinder und Jugendliche.

»Wenn wir an Deportationen denken, denken wir zumeist nicht daran, dass diese tagsüber, sichtbar und mit Zuschauenden stattgefunden haben. Die Fotos zeigen, wie viele Menschen von den Deportationen wussten oder sich sogar beteiligten.«

Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives

 

Bisher wissen wir von Fotografien und wenigen Filmen aus rund 57 Orten auf dem Gebiet des Deutschen Reiches. Dieses Material ist jedoch noch nie systematisch zusammengeführt und in einer Publikation zugänglich gemacht worden. Das wollen wir ändern. Unsere Ergebnisse und die digitalen Kopien der Bilder werden auf einer Webseite auf Deutsch und Englisch zugänglich sein. Bei Vorrecherchen sind wir bereits auf erste bislang unveröffentlichte Bilder gestoßen. Im Laufe des Projekts wollen wir mit Ihrer Hilfe weitere Bilder finden.

 

Deportationsbilder erkennen

Zu erkennen, ob ein Bild eine Deportation zeigt, ist oft nicht einfach. Bei vielen Inhalten lassen sich ohne genauere Kenntnisse auch gänzlich andere Umstände vermuten. Wenn Sie uns in Betracht kommende Bilder zeigen oder einsenden, prüfen unsere Wissenschaftler*innen die Bilder und geben eine Einordnung der abgebildeten Situation.

 

»Bitte stellen Sie Ihre Archive zu diesem Thema zur Verfügung. Es ist sehr, sehr wichtig für die Zukunft unseres Landes und für die Zukunft der Menschen. In Erinnerung an diejenigen, die nicht mehr unter uns sind, ist das eine große Verpflichtung.«

Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München und Oberbayern

Die Bilder finden und zugänglich machen

Wir wollen die Bilder nicht nur sammeln, sondern auch zeitlich verorten und weiter entschlüsseln. Die Recherchen dazu sind zeitaufwendig und erfordern häufig genaue Ortskenntnisse. Je mehr Menschen ihr Wissen einbringen und dabei mitwirken, Leerstellen zu schließen, desto genauer können wir die Bilder der NS-Deportationen im Rahmen von #LastSeen beschreiben.

Gemeinsam wollen wir Antworten auf noch offene Fragen finden: Wer sind die abgebildeten Personen? Wann war der genaue Zeitpunkt der Deportation? An welchem konkreten Ort wurde das Bild aufgenommen? Wer hat fotografiert?

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